Was ist das Down-Syndrom?

Ein Karyogramm mit 47 Chromosomen.

„Die Ärzte müssen wissen, wie die Chromosomen sind. Die Menschen mit Down-Syndrom haben 47 Chromosomen, einer mehr als die anderen.“
Angela Fritzen // 47 Chromosomen

Menschen mit Down-Syndrom haben 47 statt 46 Chromosomen. Bei ihnen ist das Chromosom 21 dreimal vorhanden. Daher kommt die Bezeichnung „Trisomie 21“.

Wer das Down-Syndrom hat, sieht anders aus als seine Mitmenschen. Man erkennt sie und meint, sie zu kennen – vor der Geburt und auch im Leben.

„Ich habe damals nicht gewusst, dass ich das Down-Syndrom, die Behinderung, habe. Ich habe gefühlt, dass ich anders als andere bin.“ 
Juia Keller // 47 Chromosomen

Ein häufiger Irrtum ist, Down-Syndrom als eine Krankheit anzusehen. Down-Syndrom ist eine Behinderung. Man kann diese Menschen als „geistig behindert“ bezeichnen, es ist auch möglich, von einer intellektuellen Entwicklungsstörung oder einem Handicap zu sprechen. Krank sind Menschen mit Down-Syndrom nur, wenn sie zum Beispiel einen Schnupfen haben.

Menschen mit Down-Syndrom „leiden“ nicht an ihrer Behinderung – ganz im Gegenteil, wovon sich jeder überzeugen kann, der schon einmal an einer Redaktionskonferenz von Ohrenkuss teilgenommen oder eine Lesung des Ohrenkuss-Teams erlebt hat. Worunter die Menschen mit Down-Syndrom manchmal allerdings sehr zu leiden haben, sind die Reaktionen ihrer Umwelt, die sie aufgrund ihrer Andersartigkeit häufig abwertend behandelt.

„Ich habe Down-Syndrom, aber ich stehe dazu. Ich bin kein Alien, denn ich bin so wie ich bin. Jeder soll es verstehen und mich resprektieren.“
Svenja Giesler // 47 Chromosomen

Früher nannte man Menschen mit Down-Syndrom wegen ihres Aussehens „Mongoloide“ – heute ist das nicht mehr angemessen.Diese Wörter werden inzwischen oft als Schimpfwörter benutzt, um Menschen mit Down-Syndrom bewusst zu verletzen.

Wenn man mich anstarrt sieht man nicht…
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, was in mir ist.

Wenn man mich anstarrt sieht man nicht meine Organe.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich kochen kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich Englisch lerne.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich schon jahrelang Saxophon und Blockflöte spiele.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich seit zehn Jahren im Altenheim arbeite.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich seit 13 Jahren im Ohrenkuss-Team bin.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich Basketball spiele.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich am Computer und mit der Hand schreiben kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich lesen und rechnen kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich moderieren kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich eine Ausbildung schon längst hinter mir habe.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich reiten kann.
Wenn man mich anstarrt sieht man nicht, dass ich mit meinem Freund zusammen bin, mit dem ich verloben will.
Das sieht man nicht! 

Angela Fritzen // 47 Chromosomen