Über Ohrenkuss

Ohrenkuss …da rein, da raus

Julia Bertmann, ehemalige Pressesprecherin des Ohrenkuss-Teams im Juli 2004

Ohrenkuss ist eine Zeitung, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom.

Ohrenkuss entsteht in der downtown-werkstatt für Kultur und Wissenschaft in Bonn.

Das Ohrenkuss-Team freut sich, dass wir Ihnen die neue Internetseite zeigen können: www.ohrenkuss.de

Als erstes: was ist denn eigentlich ein Ohrenkuss?

Gründungsmitglied und Namensgeber Michael Häger zeigt: So geht ein Ohrenkuss.Man hört und sieht ganz vieles – das meiste davon geht zum einen Ohr hinein und sofort zum anderen Ohr wieder hinaus. Aber manches ist wichtig und bleibt im Kopf – das ist dann ein Ohrenkuss.

Einen Ohrenkuss gibt es alle sechs Monate.

Den Namen hat Gründungsmitglied Michael Häger erfunden.

Wichtige Themen…

Über (fast) alles haben die Macher von Ohrenkuss schon einmal geschrieben: über die Liebe, die Musik, große und kleine Skandale, über Essen und Trinken, Sport und den ewigen Streit zwischen Männern und Frauen.

Menschen mit Down-Syndrom schreiben in Ohrenkuss über das, was sie bewegt, sie teilen ihre Gefühle den Lesern mit.

Die Leser interessieren sich sehr dafür, was Menschen mit Down-Syndrom zu sagen haben, deshalb haben auch schon fast 3.000 Menschen ein festes Abo. Unser nächstes Ziel: 5.000 Ohrenkuss-Leser bis Ende 2013.

Ein Ohrenkuss-Abo zu haben bedeutet, dass man jedes halbe Jahr einen Ohrenkuss mit der Post bekommt – und einmal im Jahr liegt dann eine Rechung bei, die bezahlt werden muss.

Wenn die Leser mehr über einen Autor wissen möchten, können sie die Portraits lesen und die Fotos ansehen. Die Autoren bekommen oft E-Mails von den Lesern.

Wer schreibt eigentlich für Ohrenkuss?

Die fünfzehn AutorInnen aus der Region Bonn und Rheinland treffen sich (nach ihrer normalen Arbeit) jeden zweiten Dienstag von 17:00 bis 20:00h zur Redaktionssitzung in den Räumen der downtown-werkstatt für kultur und wissenschaft. Sie sind zwischen 16 und 55 Jahre alt. Alle diese Personen haben das Down-Syndrom – das bedeutet, dass sie in manchen Dingen etwas mehr Zeit brauchen als andere Menschen und oft auch Lernschwierigkeiten haben.

Es bedeutet aber nicht, dass sie nichts zu sagen haben – deshalb schreiben sie ja auch für Ohrenkuss.

Sie schreiben selber, sie diktieren ihre Texte einer Assistenz oder sprechen sie auf ein Tonband. Einige können mit dem Computer umgehen und schreiben ihre Texte als Datei und verschicken sie dann in einer E-Mail.

Es gibt fast 40 Menschen mit Down-Syndrom, die nicht in Bonn leben aber trotzdem für den Ohrenkuss schreiben. Sie werden Außenkorrespondenten genannt.

Die Außenkorrespondenten senden der Ohrenkuss-Redaktion ihre Texte mit Post, Fax, Tonband oder eMail zu.

Die Texte der Autoren werden nicht verbessert. Wer nicht weiß, wie ein Wort richtig geschrieben wird, kann in einem Wörterbuch nachsehen – oder es auch bleiben lassen – das ist nicht wichtig. Wichtig ist der Gedanke im eigenen Kopf.

Die Autoren- und Redaktionsarbeit wird von Assistenten begleitet, die dann unterstützen, wenn es gewünscht oder sinnvoll ist.

Bei Ohrenkuss kann sich jeder als Autor bewerben, der das so genannte “Down-Syndrom” hat – auch bekannt als “Trisomie 21”.

Wer nun noch mehr über das Down-Syndrom wissen möchte, der kann hier mehr erfahren: Trisomie 21 – was ist das?

Wer liest den Ohrenkuss?

Ohrenkuss wird natürlich für alle Menschen gemacht, egal, ob sie Down-Syndrom haben oder nicht.

Viele Ärzte, Lehrer, Eltern, Geschwister und Menschen mit Down-Syndrom lesen den Ohrenkuss. Es gibt aber auch viele Fans, die ein Abo haben, einfach weil sie die Texte und die Bilder cool finden.

Weenva schreibt zum Beispiel in unserem Gästebuch: “hallo! also, wenn man sich die seite, die portraits und die berichte durchliest, merkt man; es ist richtig schade, keinen menschen mit Down-Syndrom als freund zu haben!”

Was ist das Besondere an dem Ohrenkuss-Projekt?

Der Ohrenkuss hat Texte, die das Herz bewegen.

Der Ohrenkuss hat wunderschöne Fotos.

Der Ohrenkuss sieht einfach schön aus – das liegt an der Gestaltung unserer Grafikerin Maya Hässig aus Köln.

Und Ohrenkuss hat eine coole Website, die weitgehend barrierefrei ist.

Wer sind die Macher vom Ohrenkuss?

Mehr als 20 Personen machen beim Ohrenkuss-Team in Bonn mit:

Fünfzehn Personen mit Down-Syndrom schreiben die Texte.

Fünf Personen begleiten die Menschen mit Down-Syndrom.

Drei Personen kümmern sich um das Geld und um das Verschicken der Hefte.

Mehrere Leute fotografieren für den Ohrenkuss.

Eine Person gestaltet den Ohrenkuss.

Eine Person macht das Stimm- und Kommunikationstraining.

Im Moment arbeiten mindestens vier Menschen an der Internet-Seite des Ohrenkuss.

Und fast vierzig Personen mit Down-Syndrom, die nicht in Bonn leben, schreiben Texte für den Ohrenkuss.

Schlusswort

Wir wünschen viel Spaß beim Ansehen unserer Internetseite.

Wir freuen uns, wenn einige Ohrenküsse bei Ihnen im Kopf oder im Herz bleiben.