Wohnen ist schön – das Band 6.2010

Redaktion Ohrenkuss/Anne Leichtfuß

Wohnen ist schön …

… aber man muss auch den ganzen Haushalt schmeißen – mit allem Pipapo …

DAS BAND 6/2010

Zusammengestellt von Anne Leichtfuß

Wer wo und wie am liebsten wohnt, ist individuell verschieden.
Bei jedem – so auch bei den Ohrenkuss-Redakteuren.
Dass man sich wohlfühlt, ist die Hauptsache.
„Wohnen soll schön sein“, schreibt Martin Weser (26). Ihm gefällt es in Heidelberg am besten. Das Alleine-Wohnen hat er schon geübt: „Ich bin oft alleine zu Hause geblieben wenn meine Eltern in den Urlaub sind dann bin ich mit mein Bruder schon mal allein wir kommen zurecht und irgendwann später dann kann ich alleine wohnen ohne Eltern ohne Bruder.“ Auch Daniel Rauers (17) wohnt lieber allein. Er diktiert: „Wollte gerne in Köln wohnen, alleine. Ich schaff das schon. Viele Menschen.“ Antonio Nodal (36) dagegen fühlt sich in Gesellschaft seiner Wohngruppe wohler als allein. Er diktiert: „Ich wohne in Wohnung. Alle Gruppe bei mir unten. Alle Gruppe ist mit mir zusammen. Mindestens 20 Leute wohnen da. Und alle sind mit mir zusammen. Ich finde das schön.“

 

Marley Thelen (18) wohnt lieber bei ihrer Familie. Sie diktiert: „Aber ich möchte auch nicht alleine wohnen, weil ich gerne mit meinen Eltern wohne.“

Björn Langenfeld (35) hingegen ist sich noch nicht ganz sicher, wie er zukünftig wohnen will. Er diktiert: „Alleine Wohnung gut. Mit Freundin aber auch gut.“

Anna-Lisa Plettenberg (16) plant schon, was sie alles mitnehmen muss, wenn sie auszieht. Sie diktiert:
UMZUG
Meine Bett
Meine Kuscheltieren
Ein Hund habe ich, der heißt Basti.
Meine Zähneputzzeug
Zahnpasta
Meine Sachen:
Hosen, Unterhemd, Unterhose
Wie die Wohnung aussehen soll, in der sie dann lebt,
weiß sie auch schon genau. Am Computer schreibt sie:
„Ich hätte gerne große Wohnung mit Terrasse mit Garten und ich möchte gerne einen Schaukelstuhl. Ich wünsche mir das ich immer die Sterne ansehen kann.“

Verena Günnel (23) denkt da eher praktisch: „Ich habe eine Postfach und da klebe ich gleich meinen Namen drauf und dann nebendran wo die Klingel ist. Kurz und knapp: Verena Günnel.“

Auch Angela Fritzen (36) möchte ein Namensschild an der Wohnungstür. Sie diktiert: „Wenn ich eine Wohnung hätte, dann würde ich mein Namenschild aufhängen. An der Türe. Weil das besser aussieht. Wenn man daran erinnert wird: wo ich wohne.“

Der 16-jährige Paul Spitzeck wohnt noch bei seinen Eltern. Das soll aber kein Dauerzustand sein, er hat andere Pläne: „Ich möchte zu zweit in WG wohnen. WG ist ein Wohngemeinschaft. Ich und meine Freundin, und da muss wir essen machen. Ein WG aufstellen, nicht in Stadt, auf dem Land. Ich möchte in WG ein Band gründen.“ Auch dazu, wie das Haus aussehen soll, in dem er wohnt, hat er schon genaue Vorstellungen. Er plant: „Haus muss so drunter ein Keller braucht wir. Und oben ein Wohnung. Ganz oben ist die Dach, wo das Instrumente-Lager ist. Ich bin hoch, wo die Musik ist. Das ist mein Beruf. Und oben ist mein Wohnung, wo ich und mein Freundin da leben.“

Christiane Grieb (32) kann zurzeit beobachten, wie das Haus gebaut wird, in das sie bald einziehen wird. Sie freut sich auf diesen großen Schritt und schreibt: „Ich ziehe bald in meine Eigene Wohnung und mache mir Gedanken wie die Wohnung aussieht ich bin gespannt auf meine Freizeit. Ein Neues leben Wartet auf mich. Ich bin wieder ich und habe meine Eigene Heimat im BeWo.“ Auch sie hat sich Gedanken gemacht, was die Raumgestaltung angeht: „Meine Wohnung wird hellblau und ich wünsche mir dazu weiße Möbel. Und wenn ich das so weiß habe, dann kann ich das alles noch schön gestalten, die Tischdecken draufl egen. Und weil ich auch selber ja male, dann brauche ich eine Ecke, wo ich auch selber malen kann. Vielleicht ein Fernsehen oder ein Wohnzimmer.“

Auch Anna Maria Schomburg (28) hat ihre Traumwohnung im Kopf schon perfekt eingerichtet. Sie schreibt: „Meine Traumwohnung ist ein größeres Gebäude auf dem Land – mit Möbeln mit Fernseher und Radio und Schränken fürs Gerümpel und Bord und einem Bett! Es gibt Küche und Bad, was jede Wohnung hat und Sportmatten für Sport! Tür und Fenster hat jede Wohnung und Bürobereich mit Schreibtisch auch! Es wird eine tolle Wohnung mit einer tollen Einrichtung!“

Dass es beim Wohnen jedoch nicht nur um individuelle Vorlieben geht, sondern um knallharte Pflichten, weiß Marc Lohmann (30) genau. Er schreibt: „Staubsaugen mache ich in der Wohnung, auch Müll entsorgen und Holztisch sauber machen. Den Glastischreiniger polieren. Das Bettsofa baue ich ab. Ich tue alleine aufstehen und anziehen und fertig machen zum Arbeiten. Ich trinke morgens Tee, jeden morgen. Beim ALDI kaufen wir Teetüten, schwarzer Tee. Zähneputzen mache ich in der Badezimmer und rasieren, ich rasiere mich und Mundspülung, ausspülen. Und ich gehe auch auf Toilette morgens oder abends.“ Da er jedoch mit seiner Verlobten zusammen wohnen möchte, werden selbstverständlich auch die Pflichten geteilt: „Zu zweit zusammen ein Haus. Mit meine Verlobte, großes Haus wohnen. Wir fahren mit dem Bus dahin nach Beuel und holen Katzenstreu und Katzenfutter und Lebensmittel. Wir wechseln uns ab beim Kochen, schneiden und abwaschen und umrühren. Geschirr abspülen und abtrocknen und wegräumen, in die Schränke. Meine Verlobte oder ich hängen die nasse Wäsche auf. Das können wir aussuchen. Hausputz: von uns zweien. Bügeln, Wäsche in die Trockner auch trocknen kann, das macht die Trocknermaschine trocken.“

Auch Julian Göpel (27) kennt sich mit Pflichten bestens aus. Schließlich wohnt er schon alleine. Er schreibt dazu: „Ich muss alleine den ganzen Haushalt schmeißen. Mit allem Pipapo. Mit Küche, Wohnzimmer, Bad sauber machen und so… Man muss selbständig den Müll raus bringen. Es gibt viele Regeln. Was ich an Regeln brauche: Ich muss pünktlich im Bett sein. Dass man wieder früh aufstehen muss! Da gibts soo viele Regeln… Was ich selber entscheiden muss!“

Angela Baltzer (31) sieht das anders. Sie diktiert: „Ich bin auch selbstständlich zu werden! Es gibt keine Regeln mehr allein! Ich kann selber machen, ohne Betreuer! Ich brauche keine Hilfe!“

Anna-Lotta Mentzendorff, 15 Jahre alt, braucht schon einen gewissen Wohn-Standard. Sie schreibt: „Ich möchte in Gronau wohen. Das ist eine Stadt von Hannover. Da möchte ich wohnen. Ein Balkon + Wintergarten. Mit einem Schwimmbad und Restaurant. Eigenes Zimmer (!!!!). Ausklappsofa, einen Tisch, mit einem Teppich, 3 Lampen, Kerzen, einer Lichterkette und mit einem Schrank.“

Aladdin Detlefsen, 25 Jahre alt und Ohrenkuss-Fernkorrespondent aus Bremen, möchte in einem Heim leben. Er schreibt: „Mein Wunsch ist zum Heim gehen. Mein Traum is in Heim stecken. Der hat mehrere Betreuer. Die Betreuer kann alles machen. Netten Ausfl ug gemacht. Wenn ich ein Termin habe, denn muss mal hingehen.“ Am liebsten will er mit seinen Ohrenkuss- Kollegen zusammen wohnen: „Mit Ohrenkuss zusammen eine WG machen. Mein Zimmer soll mit vielen zusammen sein. Irgendwas machen, warum nich, wenn die Lust haben. Aber vorher kennen lernen. Dann möcht ich mal kochen oder Spiele spielen, rausgehen, Ausflug machen. Disco machen. Bisschen Gesellschaft. Romantik und Locker bleiben.“ Romantik und gemeinsame Unternehmungen schön und gut, aber: „Wenn ich nach Hause komm da soll es ruhig sein.“

Das Schlusswort übernimmt Verena Günnel: „Diese Geschichte ist jetzt zu Ende, weil ich fand das sehr interessant.“