Zwei Preise für Ohrenkuss

outrun 2/2004

“Zwei Preise für Ohrenkuss“

Ideenpreis der Körber-Stiftung und Innovationspreis des Hausärzteverbandes Nordrhein

Von Frank Erschbaumer

OutrunOhrenkuss …da rein, da raus – das Magazin, gemacht von Menschen mit Down-Syndrom – erhält in diesem Jahr zwei Preise: Am 21. Juni wird das Ohrenkuss-Team in Berlin mit einen Ideenpreis der Körber-Stiftung ausgezeichnet. In ihrem transatlantischen Ideenwettbewerb USable würdigt die Körber-Stiftung regelmäßig Projekte, die neue Ideen aus den Vereinigten Staaten in Deutschland realisieren. Ohrenkuss …da rein, da raus macht den umgekehrten Weg. Eine englische Ausgabe des Magazins ist zurzeit in Planung. Sie wird in enger Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Außenkorrespondenten Tobias Wolf entwickelt, einem Autoren mit Trisomie 21, der in den USA lebt. Der Hausärzteverband Nordrhein zeichnet Ohrenkuss außerdem mit dem Innovationspreis 2004 aus. (Foto: Frank Erschbaumer)

Aktuell ist jetzt das zwölfte Ohrenkuss-Heft erschienen. Hier dreht sich alles um das Thema Tiere. Menschen mit Down-Syndrom schreiben, welche Lieblingstiere sie haben – sie berichten über Tiere, die in Märchen auftreten, tote und eklige Tiere, ausgestorbene Tiere und Tiere im Wald. Es gab auch bereits eine Ausgabe zum Thema Sport, mit sehr interessanten Beiträgen, die eine andere Sichtweise auf unser aller Lieblingsbeschäftigung erlauben.

So diktiert Tobias Wolf: “Wenn einer kein Sport kann und er kann sich nicht bewegen, wird man steif und ungesund und keine Kraft in den Muskeln und man ist ausgepowert.“

Vroni Hammel schreibt “Ich Fahre Mit dem Fahrrad in die Arbeit/ ich laufe in die stadt, ich spiele Tischtennis. Ich Reite mit meinem Pferd und habe schon 3 Tandenflüge gemachtIn der Schule/ ich habe Basketball gespielt und war auf den Rönrad/ ich habe Fussball gespielt/ ich schaue gern Fussball An/ und gehe öfter ins Stadion Fan von 1. FCN/ ich gehe gern schwimmen/ ich war Auf vielen sportfesten/ ich habe 3 Kurse Selbstverteidigung gemacht. Das ist wichtig für Frauen.“

Susanne Kümpel beschreibt den Zusammenhang zwischen Klettern und Körpergewicht: “Ich gehe sehr gern ins Fitness-Studio/das Rudergerät hat mir gefallen/auch der Laufband hat mir gefallen/Man kann schnell Fahrrad fahren/Das ist ein Fahrrad-Computer/schnell Fahrrad fahren/gefällt mir gut/Die Zeit läuft/die Zeit wird angezeigt und wie schnell sie fährt/Klettern hoch und Gleichgewicht runter/Die Kraftmaschine und Muskelgeräte habe ich gesehen und ausprobiert/das hat gut gefallen/Mit hat auch das Massagebett gefallen/Ute und Helmut haben Wasser ausgegeben“

Es gibt aber auch Ohrenkuss-Autoren, die nicht so viel mit Sport am Hut haben, wie etwa Bernd: “Ansonsten bin ich keine Sportskanone ich bin wohlgenährt, da ist das nicht so einfach, aber ich bin auch kein fernsehsportler, ich kann gut so leben, ein bischen träge, aber aufmerrksam in den Gedanken, es gib ja auch denksportarten, die das gehirn trainieren, ich neige aber auch dazu nicht, sport ist was für verrückte, ich meine extremvarianten, ich halte das für lebensgefährlich und etwas unverantwortlich seiner gesundheit gegenüber, ich bin ja auch extrem, wenn es ums essen geht, aber essen hält leib und seele zusammen und sport ist mord, das reicht, für heute habe ich genug fingersport betrieben“

Und auch Stefan kann auch ganz gut ohne Sport sein: “Ich weiß nicht, was ich dazu sagen soll, sport ist eigentlich nicht meine welt, ich gehe zwar schwimmen, aber nur zur entspannung, ich verstehe das nicht unbedingt als sportliche betätigung eher als ausgleich wie quatschen oder fernsehn gucken, gut, das wars, aber leider kein beitrag für die zeitung ja, vielleicht gibt es wieder ein thema, was mich mehr interessiert.“

Wer noch mehr von der Ohrenkuss-Redaktion zum Thema Sport lesen will, kann das Heft nachbestellen, oder Ihr könnt das Heft gleich abonnieren: Ruft einfach an unter Fon (0228) 386 23 54 oder mailt unter redaktion@ohrenkuss.de. Mehr zu Ohrenkuss …da rein, da raus gibt es natürlich auch im Internet auf der eigenen Page: www.ohrenkuss.de,

Das Magazin Ohrenkuss …da rein, da raus ist 1998 im Rahmen eines durch die Volkswagen-Stiftung geförderten Forschungsvorhabens am Medizinhistorischen Institut Bonn entstanden. Es erscheint zweimal jährlich und ist im Abonnement erhältlich. Die Hefte werden ausschließlich mit Texten von Menschen mitDown-Sydnrom erstellt, ohne Korrekturen bei Grammatik, Rechtschreibung oder Interpunktion.