Ohrenkuss zum Welt Down Syndrom-Tag: „Hurra – wir sind alle da.“

Farbige Socken in der Ohrenkuss-RedaktionOhrenkuss schreibt zu vielen Themen: über Wunder, Mode, Männer, Frauen oder Sport. Worüber Ohrenkuss eigentlich nicht schreibt: über das Down Syndrom. Warum? Weil es vieles gibt, was die Autorinnen und Autoren spannender finden.

Am 21. März machen wir da eine Ausnahme. Da ist Welt Down Syndrom-Tag. Der wird seit 2006 überall auf der Welt gefeiert. Genau an diesem Datum, weil bei Menschen mit Down Syndrom das 21. Chromosom dreimal vorhanden ist. Menschen mit Down Syndrom haben 47 Chromosomen, Menschen ohne Down Syndrom haben 46 Chromosomen. Menschen mit 47 Chromosomen sollen an diesem Tag eine Stimme bekommen.

Was wünscht sich Carina Kühne, die nicht nur für den Ohrenkuss schreibt, sondern auch einen eigenen Blog hat, für diesen Tag? „Nachdem der neue Bluttest so ausführlich diskutiert wurde, wäre es schön, wenn es viele positive Berichte über Menschen mit Down-Syndrom gäbe.“

Und sie hat auch eine klare Meinung dazu, warum das bisher nicht oft der Fall ist: „Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Medien deshalb nicht so positiv berichten, weil sie damit die bisherige Meinung in Frage stellen würden. Wenn Menschen mit Down–Syndrom fit sind und gut in die Gesellschaft integriert werden können, kann man sich nicht mehr darauf berufen, dass es für Mütter unzumutbar ist, so ein Kind auszutragen und auch dieser Bluttest müsste mehr in Frage gestellt werden.“

Auch Anna-Maria Schomburg wünscht sich eine Veränderung: „Es gibt oft Mütter die ihr Baby, das eine Behinderung hat, abtreiben, weil sie die Probleme sehen die es hat! Menschen mit Down Syndrom sind genauso wertvoll wie die Anderen! Es ist besser, Unterstützung zu bekommen mit einem Baby mit Down Syndrom als es abzutreiben! Sowohl Menschen ohne Handicap als auch Menschen mit Handicap sind gleichermaßen wertvoll und werden von ihren Eltern genauso geliebt!“

Viele Leute glauben, Menschen mit Down Syndrom wären krank. Julia Bertmann, Fernkorrespondentin aus Mülheim an der Ruhr, korrigiert: „Down Syndrom ist keine Krankheit. Ich muss damit leben – nicht ihr.“ Stimmt genau. Krank sind Menschen mit Down Syndrom nur, wenn sie Windpocken haben. Oder einen Schnupfen. Was macht man dann? Björn Langenfeld weiß Abhilfe: „Wenn krank ist, muss ich Spritze geben.“

Daniel Rauers hat keinen Schnupfen: „Wenn die Menschen Down Syndrom hätten, dann sind die behindert.“ Stimmt. Seine Kollegin Verena Günnel ergänzt: „Down-Syndrom ist nicht einfach. Jeden Menschen ohne Down-Syndrom hätte muss man erklären wie das Down-Syndrom ist. Die anderen Menschen brauchen Menschen mit Down-Syndrom genauso. Jede Mensch soll nett und höflich zu nehmen zu Menschen mit Down-Syndrom. Da wollen wir auch feiern Down Syndrom-Tag – müssen wir auch, weil der so wichtig ist!“

Was an diesem Tag passiert, verrät Julia Bertmann: „Welt Down Syndrom Tag ist ein Tag für Menschen, die das Down Syndrom haben. Und an diesem Tag können sie mehr reden als sonst.“

Auch Verena Elisabeth Turin, Fernkorrespondentin aus Italien, findet es gut, dass es diesen Tag gibt: „Ich bin sehr glücklich auch wenn ich Down Syndrom habe. Und ich leide nicht darunter. Es tut mir gut das ein Tag des Down Syndrom ist. Ja – wir leben auch.“ Sie weiß auch, wer zuerst über das Down Syndrom geschrieben hat: „Ein mann der Doktor ist hat das Down Syndrom bei uns entdeckt.“ Der Doktor heißt John Langdon-Down.

Wenn man sich in der Bonner Ohrenkuss Redaktion umschaut, könnte man fast den Eindruck bekommen, den auch Marc Lohmann hat: „Jeder Mensch hat Down Syndrom. Behinderung hat jeder Mensch. Auch wenn wir hier sitzen. Hier sind auch welche mit Down Syndrom haben. Also viele.“

Und woran erkennt man Menschen mit Down Syndrom? Angela Fritzen diktiert: „Das Aussehen von Menschen mit Down Syndrom, daran liegt das, dass die Menschen das Down Syndrom hat. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt?“ Verena Elisabeth Turin beschreibt es genauer: „Wir haben schlitzende Augen und ich schäme mich nicht dafür. Am Liebsten möchte ich meine Brille abnehmen und mein gesicht zeigen. Hurra – wir sind alle da.“ Und es gibt noch andere besondere Erkennungszeichen: „Einige von uns haben bei der inneren Handfläche noch eine Lebenslinie. Bei mir habe ich 2 Linien in den Handfächen. Und auch unsere Bewegungen, haben glatte Haare, Reaktionen usw. Wir sind auffällig weil wir in einer Gruppe sind.“

Martin Weser sieht eine andere Gemeinsamkeit von Menschen mit Down Syndrom: „Die sind Besonderes.“

Und Anna-Lotta Mentzendorff findet es gut, „dass jeder Mensch anders ist und trotzdem ganz toll ist.“

Ruth Schilling, eine neue Nachwuchsautorin schreibt: „DWON SYNDROM IST SCHÖN. UND DAS DWON SYNDROM FÜR ANDERE NICHT WISSEN ICH KÄME VON MOND ODER ICH SEI VOM HIMMEL GEFALLEN.“

Julia Bertmann ist da viel pragmatischer: „Wir haben nur eins gemeinsam: Wir kommen ermäßigt, für den halben Eintritt, ins Kino und ins Theater. In Wirklichkeit können wir nur profitieren.“
Ihr Schlusswort zum Welt Down Syndrom-Tag? „Auch wenn wir Down Syndrom haben, gehören wir dazu.“

Ohrenkuss-MitarbeiterInnen mit bunten SockenZum diesjährigen Welt Down Syndrom-Tag beteiligt sich Ohrenkuss an einer großartigen Aktion aus dem Libanon: Am 21.3.2013 tragen viele Menschen überall auf der Welt zwei unterschiedliche Socken. Geringelte Socken, bunte Socken, verschiedene Socken, keine Socken, lange Socken, kurze Socken, mehrere Socken übereinander… Das Motto der Aktion ist: „We are all different – our socks should be too!“ („Wir sind alle unterschiedlich – unsere Socken sollten es auch sein!“). Wir sind begeistert und machen mit.

 

 

 

 

Ein Kommentar zu Ohrenkuss zum Welt Down Syndrom-Tag: „Hurra – wir sind alle da.“

  1. Kerry P. Ray sagt:

    Und es war – allzu wörtlich – ein halbes Leben, denn zu der Zeit als Alex geboren wurde, lag die Lebenserwartung für Menschen mit Down-Syndrom unter 30 Jahren. Aber auch das hat sich geändert. Laut Lancet letzte Woche, hat sich die Lebenserwartung für Menschen mit Downsyndrom seit 1980 verdoppelt. Das bedeutet ein anständig langes Leben für die 60.000 Menschen mit Down-Syndrom in Großbritannien und eine wahrscheinliche Lebensspanne von 60 und mehr für die, die jetzt geboren werden, vorausgesetzt, sie bekommen die Gesundheitspflege, die sie brauchen.

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