Ohrenkuss besucht Kleopatra: „klaro faszinierend!“

Julian Göpel besucht die Kleopatra-AusstellungDie Mitglieder der Ohrenkuss-Redaktion haben wirklich Glück: Ihre Redaktionsarbeit führt sie oft an spannende Orte. Und oft bekommen sie Besuch. An manchen Tagen ist sogar beides gleichzeitig der Fall: Mit einer Gruppe Besucher von der Aktion Mensch hat die Redaktion die Kleopatra-Ausstellung in der Bundeskunsthalle besucht.

Es gab viel zu lernen über die ägyptische Pharaonin. Björn Langenfeld hat nachgerechnet: „Kleopatra ist jetzt 20 39 44 Jahre alt. Lang tot.“

Angela Fritzen weiß: „Sie war Kleopatra VII.“ Und wann sie gelebt hat, hat sie auch notiert: „69-30 v.Chr.“

Johanna von Schönfeld gibt zu Protokoll: „Die Kleopatra Ausstellung in der Kunsthalle Bonn fand ich schon klaro faszinierend.“Ohrenkuss beim Besuch der Kleopatra-Ausstellung

Christiane Grieb betrachtet die Landkarte, auf der Kleopatras Hoheitsgebiet markiert ist: „Dass sie gerne eine Herrscherin war und dass sie gerne gelebt hat. Ich sehe Ägypten und dass sie gerne da gewohnt hat. Dass ihr Reich eigentlich gelb war. Und weil gelb nämlich eine Königin war und das könnte vielleicht ihr Reich gewesen sein. Rot war die Farbe von den Römern. Dass das Cäsar das rote Reich hatte.“

Uschi Baetz führte die Gruppe durch die Ausstellung – fachkundig und mit großer Geduld. Dafür erntete sie große Anerkennung, etwa vonAngela Fritzen: „Die Führung war echt spitze!“ „Richtig.“, bestätigt Kollege Julian Göpel.

Christiane Grieb diktiert einen Text über Kleopatras Selbstmord.Angela Fritzen ist vor allem eins in Erinnerung geblieben: „Das Viteo spielt in Palast. Michael Jackson küsste die Kleopatra. Die verlieben sich und zusammen in Bett. Der rennt weg. Michael Jackson ist cool – sieht gut aus. Der ist ein Supertanzer und er singt auch sehr gut: Popmusik, ein Musik Viteo mit Kleopatra.“

Michael Jackon? In einer Kleopatra-Ausstellung? Stimmt genau – schaut es Euch am besten selbst an!

Marc Lohmann und Anne Leichtfuß in der Kleopatra-Ausstellung der BundeskunsthalleJohanna von Schönfeld interessiert sich besonders für die Machtkämpfe bevor Kleopatra den Thron bestieg. „What ich für mega interessand halte is der Julius Cäsar und über die Brüdern von Kleopatra überernst. Den Thronkonflikt zwischen den Brüdern fand ich ziemlich kräftigen krassen Fall. Im Thronkonflikt zwischen den kräftigen Brüdern haben sie LEIDER darüber gestritten LEIDER weil sie ja erstmal ordentlich darüber diskotiert haben, weil einer von ihnen kräftig auf den Thron wollte und nicht mal ’ne Frau. Kann doch nicht wahr sein! Dat Ergebnis war, dat während die Brüder mit dem Cäsar gegeneinander gekämpft haben, ging die Kleo auf den Thron gewinnend.“

Julian Göpel beeindruckt, wie Cäsar und Kleopatra sich kennengelernt haben: „Sie wollte  die Herrschaft haben Sie wurde mit einem Teppich zu Julius Cäser getragen und ausgerollt.“ Und dann? Ende der Geschichte? Auf keinen Fall! Den romantischen Teil unterschlägt er allerdings: „Kleopatra und Julius Cäser hatten einen Sohn, der auch König in Ägypten war.“

Diesen Part übernimmt dann Marc Lohmann – so geht Team-Arbeit. Er hat sich vor allem für einen Wandteppich von Justus van Egmont interessiert. Darauf zu sehen: Marc Anton hoch zu Ross, Kleopatra, leicht bekleidete Damen, ein goldenes Boot – und Amor. „Kleopatra hat Marc Anton den Kopf verdreht – linke Richtung. Er guckt, wie sie aussieht. Oben das Segel, der Gott Amor versteckt sich. Er schießt auf Marc Anton, mit Pfeil auf den. Aber es gibt keine Toten, ist ja nur in Kunst so dargestellt. Aus Liebe – jetzt weiß ich ein bisschen mehr.“ Und sein Fazit? „So einen Pfeil hätte ich auch gern!“

Achim Priester, neuer Ohrenkuss-Autor, in der Kleopatra-AusstellungChristiane Grieb versucht, sich vorzustellen, was wohl Kleopatras Gedanken waren, als sie sich das Leben nahm. Sie diktiert: „Wie kam Kleopatra sich auf die Schliche, sich das Leben zu nehmen? Sie hat gedacht, sie würde weiterleben. Und dann hat der Bauer sie dann reingelegt, weil er im Korb eine Schlange hat, anstatt nur Feigen. Sie wurde dann ja auch noch verführt, dass sie sterben sollte. Es war wie Schauspielerei. Dunkel und es sollte eigentlich wieder Licht sein. ‚Wie könnte ich Kleopatra reinlegen?’ denkt der Bauer. ‚Ich mach das Gegenteil.’ denkt die Kleopatra, die ist nachdenklich, weil sie wollte ja ein schönes Leben haben.“

Auch Roland Erlen, einer der Besucher von Aktion Mensch, war fasziniert von den vielen Gemälden, die Kleopatras Tod darstellen: „“Ich war erstaunt zu sehen, welche Dinge in so einer Ausstellung wichtig sein können. Die Menschen haben ganz unterschiedliche Sichtweisen. Ich selbst fand besonders den Teil der Ausstellung interessant, der viele verschiedene Bilder zeigte. Auf den Bildern wurde dargestellt, wie Kleopatra stirbt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie ein und dasselbe Ereignis auf so viele verschiedene Arten dargestellt werden kann.“

Das Dach der BundeskunsthalleFranca Mermet  schwärmt für Cäsar: „Neben der tollen Führung hat mir besonders die Büste von Caesar gefallen. Es war toll mal ein plastisches Bild des berühmt und berüchtigten  Herrschers zu sehen.“ Nur zur Erklärung von Johanna von Schönfeld: „Büste„ dat heißt Kopf und Hals.“

Auch Angela Hofmeister ist beeindruckt. Bestimmt auch von Cäsar und Kleopatra – vor allem aber von Ohrenkuss-Autor Julian Göpel: „Ich war beeindruckt, dass einer der Autoren, der junge Mann, der immer so eifrig mit der Führerin diskutiert hat, über so ein enormes Wissen aus der Kleopatra-Zeit verfügte und sich auch sehr gut auf die Ausstellung vorbereitet hatte.“

Gemeinsam mit Eva Girke-Labonté von der Aktion Mensch sieht sich Autor Björn Langenfeld verschieden Filmausschnitte aus Kleopatra-Filmen an. Er diktiert:
„Cäsar mit Kleopatra 1963, mit Elizabeth Taylor.
Filmausschnitte werden wiederholt.
Sklaven schaukeln hin und her.
Menschen jubeln.
Kleopatra kommt, mit Kind, prächtig und golden.
Bild aus Stein.
Kleopatra weint, Cäsar stirbt.“

Seine Gesprächspartnerin Eva Girke-Labonté begeisterte vor allem die Vielseitigkeit der Ausstellung: „Weil Kleopatra so schön und mächtig war, beflügelte sie die Fantasie der Menschen seit der Antike und inspirierte zahlreiche Schriftsteller, Komponisten, Maler und seit dem 20. Jahrhundert auch Filmproduzenten. Zeugnisse ihres Schaffens, Bildwerke, Skulpturen, steinerne Zeugnisse ihrer Schönheit, Ausschnitte aus Filmen – das alles bot die Bundeskunsthalle.“

Ihre Kollegin Ann-Kathrin Akalin hat sich mit Ohrenkuss-Autorin Johanna von Schönfeld unterhalten. Wir sind neugierig: Worüber? „Über Schlangen, Cäsar und Wintersport.“ Was ihr an der Ausstellung gefallen hat, verrät sie aber auch noch: „“In der Ausstellung Kleopatra haben wir vor allem viel über das Privatleben der mächtigen Frau erfahren: mit welchen Männern sie zusammen war, wie sie gelebt hat und vor allem, wie sie gestorben ist. Ich fand toll, was die Ohrenkuss-Redakteure alles schon vorher wussten.“

Die Basalt-Büste einer ptolomäischen Königin, wahrscheinlich Kleopatra VII, aus dem 1. Jh. v. Chr. Stimmt Christiane Grieb nachdenklich: „Das die Kleopatra, dass sie eine Geierkappe anhat. Und dass sie Präsenz hat. Dass sie einem traurigen Gesicht hat, wo sie eigentlich lieber stolz sein kann.“

Nach dem Besuch der Ausstellung im Museum besuchte das Team noch den orientalischen Garten, der im Rahmen der Ausstellung auf dem Dach angelegt wurde. Er ist nach historischen Vorlagen angelegt und ist ein Genuss für Augen und Nase.

Seerosen im orientalischen GartenBjörn Langenfeld beschreibt den Garten:
„Kopf runter – Palmen im Weg.
Viele, viele Blumen, riecht gut.
Seerosen.
Lila Lavendel.
Farben.
Rosen, rote Blume, rote Liebe.
Duft ist riechen gut.
Sonne. Abendsonne.
Palmen.“

Marc Lohmann hat großes Glück und bekommt, weil einer der Gärtner seinen Presse-Ausweis erspäht hat, eine kleine Privat-Führung, darf verschiedene Blumen und Kräuter erschnüffeln und hinterher die fertigen Duftöle, die daraus hergestellt wurden. Für ihn duften sie alle wunderbar, für einen Favoriten kann er sich nicht entscheiden. „Ich habe eine feine Nase.“, stellt er fest.

Susanne Lange von Aktion Mensch haben sowohl der gemeinsame Museumsbesuch als auch der Duftgarten gefallen: „“Der Ausstellungsbesuch hat nicht nur die vielen Gesichter der Kleopatra offenbart, sondern auch einen kleinen Einblick in die Welt der „Ohrenkuss“-Redaktion gegeben. Besondere Momente, an die ich mich gern erinnere: Gemeinsam mit den Redakteuren und den Aktion Mensch-Kollegen durch die Ausstellungsräume gehen, über die vielen Kleopatra-Geschichten unserer sympathischen und einfühlsamen Museumsführerin lachen und auf der Dachterrasse die Blumen bewundern.“

Marc Lohmann vor dem Wandteppich mit Kleopatra, Marc Anton und AmorKatja de Braganca zieht für sich folgendes Fazit des Besuchs: „Ich fand es (mal wieder) eine sehr gute Aktion. Aus verschiedenen Gründen: Ohne die Anfrage der Aktion Mensch hätten wir niemals diese wunderbare Ausstellung gemeinsam besucht. Ich persönlich hätte sie wahrscheinlich überhaupt nicht angesehen. Das wäre überaus schade gewesen. Und da sie wahrscheinlich nur in Bonn zu sehen sein wird, hätte ich keine zweite Chance gehabt.
In den letzten Jahren habe ich es absolut zu wertschätzen gelernt, mit dem Ohrenkuss-Team etwas gemeinsam (neu) zu entdecken. In diesem Falle: Kleopatra.
Die Führung war klar und einladend, besonders hat mir gefallen, dass Uschi Baetz wahnsinnige Nerven hatte und wirklich entspannt blieb bei allen Zwischenfragen (das hätte ich niemals so gekonnt). Jede Anfrage wurde ernst genommen – z.B. als Christiane Grieb wissen wollte, ob Kleopatra und Cäser Götter gewesen seien. Und die Freude darüber, dass bestimmt kein Besucher dieser Ausstellung genau diese Frage gestellt hat!
Die einzelnen Exponate werden anders angesehen, wenn man mit einem Ohrenkuss Autor(in) gemeinsam versucht rauszufinden, was eigentlich das Besondere ist. Es beflügelt und überrascht mich immer wieder von Neuem, wenn ich sehe, mit welchen anderen Blick auf Details geachtet wird. Es ist einfach ein offener Blick auf die Welt, überraschend und ohne die klassiche Vor-Bewertung.“

Ohrenkuss bedankt sich für den erlebnisreichen Tag und verspricht: Wir kommen wieder!

Fotos: Peri de Bragança

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