Reise in Berlin

Förderpreis “DEMOKRATIE LEBEN 1999” – URKUNDE

Eine Aktion des Initiativkreises “Demokratie leben” und des Deutschen Bundestages.

Mit dem Förderpreis “Demokratie leben” zeichnen wir herausragendes bürgerschaftliches Engagement aus, das durch kreative, innovative Problemlösung und persönlichen Einsatz in den verschiedensten Bereichen unserer Gesellschaft einen unverzichtbaren Bestandteil unserer Demokratie bildet.

Im Namen des Initiativkreises “Demokratie leben” und des Deutschen Bundestages überreiche ich der Initiative Ohrenkuss …da rein, da raus Das Magazin gemacht von Menschen mit Down-Syndrom einen Förderpreis in Höhe von 3000 DM.

Für Ihre weitere Tätigkeit wünsche ich Ihnen viel Erfolg.

Wolfgang Thierse
Berlin, den 6. Dezember 1999

Samstag, 4.12.1999, Wir sind jetzt in Berlin

Von der Redaktion diktiert oder selbst geschrieben

Angela
Fünf – fünf Leute. Losgefahren um 8 Uhr 45 am Bonner Hauptbahnhof – angekommen. ICE Wagen vier. Ja, mit Tisch eingebaut in den Zug, eingesetzt. Wir fünf Leute sind im Bürgerverein eingeladen. Mit der Zeitungsgruppe, Redakteure. Zum Besuchen kommen . . . .
Marc
Berlin ….ja, genau der Preis, weil wir gewonnen haben … ehm, für die Zeitungsgruppe von Down-Syndrom. In Berlin. SPDFDP und CDU und CSUPDS und die Grünen und DVD – Elektriker. Ja, da wird die Steuer bezahlt. Auf 90 % hochsteigen. Bundeskanzler Kohl, ach nee quatsch Gerhard Schröder will den Steuerbesetzer weiter aufführen in 90 % gewonnen. Im Saal, im Ort (Reichstagsgebäude). In der Ausstellung Berlin in dem Museum. Und im Hotel müssen wir auch noch die Schlüsselnummer in den Zimmer aufzuschließen, aufzukriegen. Und die Koffer in den Zimmer und in Schrank, ja. Reintun. Die ganze Wäsche kommt in Schrank, oben und unten rein. Die Hosen kommen auf die Bügel gehängt. Ja. Im Hotel ist eine Dusche drinn und Waschbecken ist dabei … Berlin – also, viele Orte im Stadt Mitte und Bauarbeiter haben viel gearbeitet. Haben Sand Stein in den Betonmischer gedreht. Von 1720. Disco, Kneipen und Pizza, Pizzeria.
Michael
Berlin 2000. Ohrenkuss …da rein, da raus. Berlin ist wunderschön. Alle kommen uns zu gucken.Viele Leute kommen auch. Nein, meine Rede will ich nicht halten.
Marc
Das ist aber nicht gut – ich mach das!
Michael
(seine Rede) Zeitung ist viele Leute. Nicht alle können kommen – schade. Preis ist toll. Der große Preis. Vielen Dank.
Angela
Der Taxifahrer hat uns gezeigt, als erstes die Gedächtnis Kirche. Zum Geradeaus der Dom geguckt haben, kann man durchfahren, und es gibt zwei Dome davon (das Charlottenburger Tor?). Der Kugel aus Glas … Reichstag, genau.
Marc
T-A-X-S-I
Angela
Hotel FORUM finde ich sehr schön. Kann man sehr viel gucken. Und das Trinken schmeckt sehr gut. Ich habe warme Kakao bestellt – ohne Sahne. Fünf Mark ist sehr teuer. Der Hotel ist sehr cool, und wir haben den Zimmer bestellt. Hoffen wir, daß wir gut schlafen kann auf dem weichen Bett. Wir gehen am Montag zu Johannes Rau, Präsident. Das ist der Cousin von Heinrich Schoepe und Gudula.
Michael
Berlin ist toll. Berlin 2000 da rein Ohrenkuss da raus. Wir sitzen zum Essen – Pizza Margarita – Katja ist da. Ja.
Marc
Ja, es ist sehr teuer im Hotel. Wenn man den roten Knopf drückt, dann muß man bezahlen – 20 DM (Pay TV), haben die gesagt. Ja, viele Leute sehen wir hier. Und Spieler, die wir vorhin gesehen haben, von Herta BSC Berlin. Die haben gejubelt, die haben 3:0 gewonnen. Ja, 3:0 habe ich gehört, gewonnen. Aber gegen wen, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wer gespielt hat, Mist. Vielleicht Bremen, naja, egal.
Angela
U-Bahn ist cool zu fahren. Wir haben zuerst die Karte gekauft, zu 20.00 DM für fünf Leuten. Und dann sind wir mit U2 gefahren, Potsdamer Platz. Wir haben eine Postkarte gekauft. Und die Briefmarken aufgeklebt. Das Brandenburgertor. In einer Viertel Stunde gehen wir ins Kino, den Film gucken. Die Braut der Trauer – war ausverkauft. Schade.

Sonntag, 5.12.1999, Berlin

Marc
Acht Uhr sind wir aufgestanden. dann haben wir uns gewaschen und dann angezogen undgeduscht habe ich noch und rasiert habe ich auch. Neun Uhr gefrühstückt.
Angela
Wir sind zuerst ausgestiegen (Doppeldeckerbus 100) und wir haben die weiße Kreuze gesehen. Auf dem Zaun drauf (nahe dem Reichstagsgebäude). Die Leute sind gestorben, daß die erschossen haben. Der Bär – für Wappen. Dahlem. In die Museum. Und dann habe ich was aufgeschrieben.
Anna
Wir haben zuerst das Brandenburgertor gesehen. Ja und dann waren wir an der Gedächtniskirche. Und dann waren wir auf dem Weihnachtsmarkt. Und dann sind wir hier hin gefahren und haben uns getroffen. Mit der Gruppe. Nach dem Umziehen sind wir ins Reichstagsgebäude gefahren. Dann haben wir mehrere Vorträge von unterschiedlichen Gruppen gehört. Dann habe ich selbst etwas vorgetragen. Dann waren wir auf der Besucherterrasse und das war sehr interessant. Zwischendurch haben wir zu Abend gegessen. Das war sehr lecker. Ja.
Angela:
Wir haben eine blaue Namen Schiltter gehe macht für alle Leute auch eine Namen Schiltter gehbracht liegt auf dem Tisch gelegt dann haben wir uns hin sitzten auf dem Schtuhl und Bundestag haben wir uns eine Fürrührung gehmacht.
Also ich habe eine Rede gehalten (im Zug nach Berlin diktiert und abgeschrieben).
Ich will sehr gerne eine Rede halten: Ich heiße Angela Fritzen und komme aus Bonn. Ich bin 25 Jahre alt. Ich bin jetzt in Ohrenkuss …da rein, da raus zwei Jahre. Ich schreibe jetzt das 1. Heft über die Liebe, das 2. Heft ist für das Essen und das 3. Heft von Akte X.Der Preis für 3000 DM, ich freue mich darüber, das wir Ohrenkuss nach Berlin fahren können. Vielen Dank für Wolfang Thierse!
Marc
Am Sonntag, heute, war die Besprechung mit dem Ohrenkuss und mit dem von der SPD, die Grünen und PDS. Also mit Down-Syndrom zu arbeiten. Also erst Angela hat die Rede gehalten und sie hat gut getont. Gute Sprache ausgesprochen. Dann später kam noch Michael Häger, er wollte auch noch eine Rede halten. Dann hat er gebrüllt “Gewonnen – Alle!” und das fand ich nicht gut. Und dann waren wir noch zum Schluß sind wir alle zusammen getroffen und ja, und sind mit dem Aufzug hoch zum Dach (gläserne Kuppel des Reichstagsgebäudes). Zum Dach hoch heute. Vorher haben die Leute die Jacken geholt. Und dann – ganz oben so Glasdach, alles zu. Dann kann man oben rausgucken – die Wolken und die Sterne. Und die Ausblick haben wir auch geguckt. Draußen über die Orte, die Kirche angeguckt. Einmal angeschaut die Landschaft.
Michael
So ein Tag, so wunderschön wie heute, singt Heino.

Montag, 6.12.1999, Berlin

Marc
Heute morgen sind wir 6.30 aufgestanden. … Und dann fuhren wir zum Deutschen Reichstag. Haben wir die Gepäck und Jacken abgegeben und die Marken haben wir noch gekriegt. Dann sind wir mit allen Leuten in den Aufzug hinein und hochgefahren, dann haben wir uns erst mal hingesetzt. Erst haben wir zugehört, was die gesagt haben. Und mit dem Ohrenkuss … haben wir gesprochen. Die drüben, die Männer und die Frauen, die sagen, die Projekte haben die gesprochen. Also, Ohrenkuss … Projekt und andere Projekte, über was die gearbeitet haben, Bilder, Sport auch.
Und dann sind wir wieder rausgegangen, die Koffer und die Rucksäcke. Dann sind wir rausgegangen und der Busfahrer hat die Koffer und die Rucksäcke in den Bus reingeräumt, dann sind wir zum BELLEVUE, dann sind einige ausgestiegen. Dann sind wir zum Bahnhof gefahren, also Hauptbahnhof Zoo. Dann haben wir mit dem(Mann) unterhalten, was getrunken und Schokolade gegessen. Ja und dann später, 17 Uhr 02 sind wir auch zum ICE und dann stand da der falsche Zug, und dann mussten wir warten, bis der ICE kommt, 17 Uhr 09 Köln – Dortmund – Essen – Bonn.
Abfahrt 17 Uhr 09. Ja, dann sind wir eingestiegen und haben wir die Koffer, Rucksäcken und Jacke nach oben getan, oben eingeräumt. Dann sitzen wir hier (19 Uhr 20), dann haben wir vorher, ich und Angela UNOgespielt, dann habe ich also vier gegen Angela geschafft, mit 123 Punkte habe ich geschafft. 131 hat Angela, soviel Punkte.
Michael
Heute ist schön. Wir hatte ein Preis gewonnen. 30.000,00 für alle. 3.000,00 Mark von Ohrenkuss … ein Scheck. Alle Leute spitze! Und Klasse!
Angela:
19.45h Wir fahren ICE Zug nach HbTbahnhof die Nadine holt uns Zwei beiten ab um 22.03 Uhr kommen wir an und fahren nach Haus ich hab eine Schlüssel mit auf zu machen.