Kopie von einem Selbst – das bin trotzdem nicht ich

Die Ohrenkuss-Redaktion besucht eine Gruppe SchülerInnen am Amos-Comenius-Gymnasium in Bad Godesberg. Anlass ist eine Projektwoche zum Thema “Behinderung und Krankheit – der Umgang damit in unserer Gesellschaft”. November 2002

Von Marc Lohmann, diktiert:

Heute waren wir in Godesberg und haben mit den Schülern über Ohrenkuss vorgelesen. “Down-Syndrom” haben wir auch noch gesprochen. Wir haben so in Gruppen aufgeteilt, drei Gruppen. Männergruppe. Manfred und auch andere Männer.
Zwei Karte haben wir gesehen, große. Und die Postkarte haben wir gemacht (Material der Kampagnewww.1000fragen.de der Aktion Mensch).

Und dann haben wir über “taub” gehörlos, mit dem Unfall kann man nicht hören, aber sehen kann man das. Dass auch die Eltern, die nicht zuhören kann. Mit “taub”, ist klar. Aber die müssen auch erklären, wenn ihr Schule sind, auch lesen, schreiben, rechnen. Nur gucken können (“Taube Kinder auf Bestellung”).

Das ist ganz schön schwierig. Auch Blinde können auch auf die Zeitung schauen. Lesen können die ja. Aber mit den Ohren ist es nicht so richtig, Impulsion (Diskussion) gelaufen.
Hörsprachfehler.
Sehr hat Spaß gemacht und von vorne anfangen wieder! Fotografieren zum Abschreiben. Gedichte. Aufzählen. Dann Gemeinschaft unterhalten. Die Maike, die hat jedenfall mehr Fragen als Manfred.
Rechnen macht auch Spass. Und lesen natürlich. Aber vorher schreiben – finde ich gut. Und Diktat finde ich gut (bisschen). Und Deutsch und Englisch. (Von der Gesamtschule – Beuel Pützchen; rote Schule). Arbeiten, Diskutieren. Bewerbe – aufschreiben.
Esse gehen, auf jeden Fall auch. Und Trinken gehört dazu. Bezahlen – und dann rausgehen.

Von Angela Fritzen, diktiert:

Wir sind jetzt in La Vita. Wir essen gerade Pizza. Downtown bezahlt das Essen. Wir schreiben ein Bericht. Wir müssen nicht, aber wir können einen Bericht schreiben. Wir sind in Gymnasium. Wir haben in drei Gruppen aufgeteilt. Also, die Männergruppe und das zweite Gruppeaufteilung, und wir sind die erste Gruppe. Wir haben da eine Vorlesung gemacht. Für die Gymnasium. Für die Ohrenkuss-Gruppe-Team. Das ist mein Bericht! Ich sag nur: Superklasse! Das wir noch mal sehen im Gymnasium, noch mal zu kommen.
(Angelas Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema “Sterbehilfe“).
Mein Onkel ist gestorben, das weiß ich sehr genau. Tumor im Kopf, der hat Krebs. Er hatte im Hospiz gelebt. Meine Eltern, meine Schwester und Freunde waren da. Er kann nicht sprechen, eine Hand gelähmt, er kann kaum sprechen, kaum essen. Er weiß es ja, daß er stirbt.

Eintrag eines Schülers in das Ohrenkuss-Gästebuch

Ich bin einer der Schüler im Amos, die ihr heute besucht habt.
Ich möchte mich wirklich noch einmal bedanken, denn so macht eine Projektwoche erst richtig Spaß. Meine Berliner Freunde, die den Ohrenkuss abonnieren, waren total neidisch, dass ich die echten Redakteure kennengelernt habe.
Ich wünsche euch viel Glück beim Umfüllen der Erbsen,
euer Christoph

(Jedes Abo bekommt eine Erbse, die dann in ein Glas gefüllt wird. Das Ziel: 3000 Ohrenkuss Abos. Zur Zeit haber wir 1850 Abos – Stand: November 2002).

Von Svenja Giesler, diktiert:

Zuerst hat Manfred mich ja abgeholt. Dann hatten wir die Angela und den Marc ja abgeholt. Danach hatten wir die Katja geholt und danach fuhren wir in die Schule. Dann bisschen später sind wir auch angekommen.
Wir hatten uns Plätze ausgesucht. Dann gings auch schon los. Dann wurden ja auch die Texte ausgeteilt, die wir lesen mussten. Und ich war ja schließlich auch die Erste, die gelesen hatte. Die Anderen hatten auch dann gelesen. Hefte vorstellen.
Ich glaube, das wir dann angefangen hatten, die Gruppenarbeit zu machen. Ich glaub es aber nur. Wir hatten alle fleißig gearbeitet.
(In dieser Gruppe wurde das Thema “Klonen für die Unsterblichkeit” diskutiert).
Frau scheint irgendwie ernst. Mann scheint, als ob er eine Frage auf dem Herzen hat.
Ich weiß nur, dass man Klonen nicht machen darf. Das ist ein Verbrechen, darf man nicht machen, bei Menschen nicht, bei Babies sowieso nicht. Ich weiß aber nicht, was Klonen ist.
Kopie von einem Selbst – das bin trotzdem nicht ich.
Ich würde schon gern unsterblich sein.
Für die Unsterblichkeit Klonen würde ich jedenfalls nicht, das steht fest, das ist eine Straftat.
Wenn mans trotzdem macht, wäre ich sauer. Da gäb’ es nur noch Kopien.Wenn ich daran denke, wird mir schlecht. Das wäre Horror.
Ich seh ja anders aus als ihr, ich bin ja anders, nicht die Allerschönste, das wäre ich gern.
Da war ja auch noch Pause, da gabs ja auch noch Kuchen.
Und nach der Pause trafen wir uns wieder. Danach hatten wir darüber über die Arbeit ja auch geredet. Das war dann kurz vor Toresschluss. Noch ein paar kurze Fragen und dann sind wir ja auch gegangen.
Als wir im Auto waren, haben wir ja auch darüber geredet, wo wir essen wollen. Nach dem Suchen haben wir auch was gefunden. Das war eben das La Vita, das kenne ich, da waren wir schon mal. Da war die Brigit noch da. Wir sind da und hatten erst mal uns ausgezogen, dann hatten wir uns auf den Plätzen ausgeteilt. Dann kamen auch die Karten und hatten die Getränke uns bestellt. Danach haben Marc und Angela der Katja noch diktiert. Nebenbei hatten wir ja auch noch das Essen bestellt nebenbei. Dann hatten die noch ein bisschen weitergemacht, bis das Essen kam. Als das Essen dann kam, hatten wir das Essen genossen. Du musstest Dich zu mir setzen, weil Katja ja kein Fleisch isst.
Danach ein bisschen später fuhren wir wieder hier ins Ohrenkuss-Büro. Nachdem wir da sind, mussten wir die Sachen aus dem Kofferraum rausholen und tragen. Dann haben wir uns ausgezogen und die Sachen hier rein ins Büro gestellt. Nachdem wir die Kisten dann irgendwie nach oben (ins Regal) getan hatten, da hab ich mich abgelacht. Erst mal Danke für den Tag und es hat mir Spaß gemacht.

Eintrag eines Schülers in das Ohrenkuss-Gästebuch

Hallo Ohrenkuss Redaktion!
Ich wollte mich noch mal herzlichst dafür bedanken, dass ihr uns im Amos-Comenius-Gymnasium besucht habt! Ich fand es einfach klasse und das meint die ganze Gruppe. Ich hoffe, ihr werdet an uns denken, wenn ihr uns mal braucht (Stichwort 2003/2 Drogen). Die Einladung zu einer Sitzung der Ohrenkuss Redaktion wird bestimmt nicht außer Acht gelassen! Vielen Dank noch mal!
Hochachtungsvoll, Ari Jubrail
Amos-Comenius-Gymnasium im Rahmen des 12er Projekts