Marley Thelen in der Erwin-Wurm-Ausstellung

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// Svenja Giesler, diktiert Text für Hubert Hüppe

Ausgegrenzt. Man fühlt sich (darf ich ruhig sagen) scheiße und allein gelassen. Ausgegrenzt. Man fühlt sich mies. Man fühlt sich auch in Stich gelassen. Man möchte anerkannt werden. Ich möchte, dass die Menschen mich respektieren. Dass sie Respekt vor mir haben. Die sehen nicht an mir, wie ich mich fühle. Dass es mir Angst einjagt und dass es sehr erschreckend für mich ist. Die sehen die Menschen nicht. Nur ein Beispiel: Ich fahre mit meiner Mami in einem Bus. Es sind mehrere Leute drin, teils stehend, teils sitzend. Dann fangen die auf einmal an, mich anzustarren und denken folgendes: „Wie sieht die denn aus? Ich habe noch nie im Leben eine Behinderte gesehen. Wie sieht die denn aus?“ Und dann fühle ich mich scheiße und ich bin auch sehr traurig und in meinen Gefühlen verletzt. Ich möchte, dass es aufhört mit dieser Anstarrerei. Wirklich! Ich möchte respektiert werden – wie ich bin.

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// Renate Schlögl, selbst mit der Hand geschrieben

Nichts. Die Menschen können Träumen, können Welt anzuschauen von überall. Die Menschen können Fliegen über eine Große Meer. Sie können Urlaub machen und auch Schwimmen und Tauchen und den Meeresgründen viele Schätze, Korallen und Fische. Alle Sterben einen Tod. Die Menschen haben gar nichts auf der Welt!

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// Claudine Egli, diktiert

Der Mensch muss Aua und Pfui sagen können…
Diesen Text finden Sie im Ohrenkuss-Heft Nr. 25: Du bist ein Mensch

Marley Thelen in der Erwin-Wurm-Ausstellung