Arbeit nicht schwierig ist

Svenja Giesler und Michaela Koenig haben die Fragen entwickelt. Michaela Koenig führte das Interview mit Susanne Kümpel.

  1. Begrüssung
  2. Ich stelle mich vor
  3. Bilder gesehen (im Frauenmuseum Wiesbaden)
  4. Ich möchte gerne etwas von Dir wissen
  5. Die Fragen:
Wie heißt Du?
Susanne Kümpel.
Wie viel Jahre alt bist Du?
Ich bin 40 Jahre.
Hast Du auch Geschwister?
Ich habe eine Geschwister, Barbara, Uwe und mein Bruder Andreas. Ich habe auch ist da mein Mutti und mein Papa.
Von wo kommst Du her?
Ich hab am 23. Juni 1960.
Wo wohnst Du?
Ich wohne Heinrichstraße Köln.
Um wieviel Uhr stehst Du auf?
Morgen früh stehe ich auf so um halb 6, viertel vor 6.
Wie lange ist die Fahrt bis zum Arbeitsplatz?
Ich fahr im Moment Fahrrad. 20 Minuten.
Wie sind Deine Arbeitszeiten?
8 Uhr bis um 4.
An welchen Tagen arbeitest Du?
Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag. Dann das Wochenende kommt.
Was arbeitest Du?
Ich arbeite im Moment Keramik. Letzte Woche bisschen durcheinander war, weil ein neuer Boden gebaut ist. Staffelei war auch rüber genommen ins Büro.
Ist es Deine Arbeit zu malen?
Ich tue ein Bild male. Ich tue erstmal ankomme, hinsetze. Dann male ich, Bild male ich. Ich hab die Sonne gemalt, Bild gemalt, Wasser, Boden gemalt, Strand, Häuser, Liegestuhl, Wasser, Muscheln, Steine,Feder, Fernseh / Leuchtturm ist das. Ich tue gerne weiter male, ich höre nicht auf. Die alle Kolleginnen. Die Jutta ist der Ordner, Büro aufräumen und ab und zu mal ist sie anrufen auch noch. Telefonistin. Und die Jutta bisschen Blödsinn und Spass.
Die Arbeit ist sehr hart oder schwierig?
Arbeit nicht schwierig ist.
Gibt es Regeln zu beachten?
Ich achte selber rauf, moment ja. Ich achte selber drauf, keine mich stören kann. Und manchmal kommt die Jutta gucken, weil die Jutta mich betreut. Mich nicht stören will, bisschen nachdenken.
Macht Dir die Arbeit auch mal Spaß?
Macht richtig Spaß, ich höre nicht mehr auf. Ich habe neue Motive, Bild malen kann. Ich komme auch mit dem Fahrrad in die Werkstatt.
Wie lange dauert die Essenspause?
Ich habe heute früher Pause gemacht um halb 12. Zur Pause kann mich keiner zwingen, das ist meine Sache, Tatsache. Wenn ich malen will.
Wieviele seid Ihr?
Jutta, die zweite Kollegin ist die Andrea. Und die anderen Mitarbeiterinnen ist Irene, Ferdi, die Ilse, Markus, der Kerstin und die Angelika und ich. Und Steffi.
Wieviel Geld verdient Ihr?
Weiß ich selber nicht. 130 Mark.
Was machst Du damit?
Geld spare ich, Zeitung kaufe ich. Immer Freitag HÖR ZU kaufe ich. Fernsehprogramm, deswegen brauch ich das. Sparen. Ich spare. Sparbuch.
Seit wann malst Du?
5 Jahre.
Wo hast Du es gelernt?
Ich habe selber gemalt, kann ich selber. Blatt hinstelle und Jutta hat mir geholfen, Tesakrepp Band geklebt.
Malst Du auch auf Leinwand?
Weihnachten, Stoff ist das. Jesus, Maria und Josef gemalt, Sterne gemalt. Die heilige drei Könikes. Kasper, Melchior und Balthasar. Drei Weise Morgenland. Hirte kommt, Schafe und Engel.
Woher hast Du die Inspiration zu Deinen Bildern? Wie bekommst Du deine Ideen für Deine Bilder?
Idee. Idee. Idee ist aus Kopf. Stirn. Nachdenken kann – ich habe es selber Entwurf. Die Arbeitsblätter gezeichnet. Mit Bleistift. Und ich öfter die Bücher brauche. Bücher neue Idee gehabt.
Welche Hobbys hast Du?
Hobbys. Ich gehe erstemal reiten. Ich gerne tanzen. Ich gerne die neue Wohnheim malen. Hobby hab ich auch noch Musik. Theater spielen.
Was machst Du in Deiner Freizeit?
Ja, die Jutta und die Irene, Kerstin und ich Kunst Museum gehen.
Machst Du Sport?
Ja, Dienstag ist Turnen und Unterricht. Rechenaufgaben, Schreiben. Und Zeitung reinschreiben auch.
Welche Musik hörst Du am liebsten?
Ich höre so gerne deutsche Schlager. Mein Lieblingsschlager, mein bester: die Flippers.
Wer ist dein Lieblingssänger?
Wildecker Herzbuben.
Wer ist Dein Lieblingsschauspieler?
Schauspieler? Dieter Thomas Heck. Lebensretter im Alpha Team OP. Linderstraße ist die Erich und die Ilse Klink.
Tanzt Du gerne?
Ich gehe heute abend tanzen.
Was sind Deine Lieblingsspeisen? Kannst Du sie selber kochen?
Pizza und die lecker Hühnchen, gegrilltes Hühnchen. Hm, selber kochen? Mutti muß mir helfen, mitarbeiten, Wohnheim helfen alle. Selbstständlich. Trainingsgruppe in Wohnheim. Alleine hab ich schon mal gekocht mit die Jutta Mittagessen. Und backe.
Ich habe eine private Frage, hast Du einen Freund?
Pirates?? Ich hab nichts dagegen. Ich habe einen Freund, aber nicht in der Werkstatt. Meine Freundschaft, die Jutta.
Hab ich etwas vergessen?
Interview Spass machen, Unterhaltung. Zusammen Unterhaltung macht Spass. Ich bin froh, daß ich ZDF im Fernsehen kommen. Michaela Koenig ja, bist Du lieb, ja.
Danke für das Interview, es hat mich sehr gefreut mit Dir zu plaudern, es hat mich sehr gefreut Deine Bekanntschaft zu machen.
Herzlichen Dank
Bitte schön.

Susanne Kümpel hat die einmalige Möglichkeit das Malen und Zeichnen während ihrer Arbeitszeit durchzuführen. Ihre Betreuerin Jutta Pöstges und ihr Arbeitgeber (die GWK-Köln) hat ihr dies ermöglicht. Susanne Kümpel zeichnet regelmäßig für den Ohrenkuss, sie macht erfolgreiche Ausstellungen und entwirft gerade eine Teichnung des echten Ohrenkusses für die Ohrenkuss-Tasse (wird auch in der GWK hergestellt werden). Diese einzigartige Ohrenkuss Tasse kann bei der Redaktion bestellt werden:redaktion@Ohrenkuss.de

Ich kann alles hier

Interview mit Natascha Hoefkens. Annemieke Neufeglise unterstützte und übersetzte.

Wie heißt Euer Lunchroom?
DUSTOCH.
Was bedeutet DUSTOCH?
Also doch!
Was habt Ihr für ein Erkennungszeichen?
Flieger (Drachen).
Wie lange arbeitest Du hier schon?
Seit November, vier Jahre.
Wie oft arbeitest Du im DUSTOCH?
Zwei Tage (in der einen Woche), drei Tage (in der anderen Woche). Diese Woche Donnerstag und Freitag.
Wie kommst Du zu Deiner Arbeit?
Mit dem ARDUIN Bus.
Wie sieht der Arbeitstag aus, was arbeitest Du?
Arbeitsbeginn 8.30 Uhr, Aufräumen, Staubsaugen, Toiletten, Schneiden in der Küche: Tomate, Gurken, Kiwi, Orangen, Ananas, Trauben, Eisbärsla. Küche ein Tag, Bedienung ein Tag. Kaffeepause um 10.00 Uhr. Trinken, Chocomel kalt. Gäste. Bestellung aufnehmen (auf einer Liste werden Striche gemacht). 17.00 Uhr Ende. 17.30 Uhr nach Hause.
Machst Du die Bestellung auch selber fertig?
Ja (wenn es Getränke sind). Dann bringe ich es raus. Küche (die Kollegen in der Küche bereiten die Gerichte).
Was trägst Du bei der Arbeit?
Rote Bluse (T-Shirt), dunkelblaue Schürze und Hose.
Verdienst Du Geld?
Ja, von ARDUIN.
Bekommst Du Trinkgeld? Was machst Du damit?
Ja! Antwerpen (ein gemeinsamer Ausflug der Kollegen). Essen gehen.
Arbeitest Du gerne hier?
Ja.
Wie hast Du dieser Arbeitsstelle bekommen?
Schulpraktikum. (Danach wollte sie gerne bleiben, bekam einen Arbeitsplatz).
Was ist wichtig an der Arbeit?
Ich kann alles hier.
Was machst Du an den anderen Tagen?
Schule und Theater.
Wie alt bist Du?
24 Jahre.
Haben wir etwas vergessen, möchtest Du noch etwas Wichtiges sagen?
Ich lebe alleine in einer Wohnung, seit November (seit einem halben Jahr, mit Begleitung).
DUSTOCH Korte Geere 16, Holland 4331 LE Middelburg, Telefon 0118-650647 info@arduin.nl

Ich gehe arbeiten… Wochenende schlafen

von Moritz Höhne (während eines Interviews mitgeschrieben). Moritz lebt in Berlin und arbeitet in einer Werkstatt in der Wäscherei und in der Küche.
Sein zweiter Beruf ist Schauspieler in der Gruppe Ramba Zamba. Moritz ist 24 Jahre alt.

Ich gehe arbeiten.
Halb sechs aufstehen, auf Toilette, Zähneputzen, nochmal Toilette, anziehen. Warten.
Uhr warten. Zeit die ich los.
Zehn nach vor sechs.
Weste und Schlüssel hab ich och.
Abends Weste auflegen Stuhl. Morgens ich anziehen.
Schlüssel, Tisch legen, da rauf.
Unten aufschliessen. Und raus und nochmal abschliessen.
Und dann geh ich los, da lang. Park lang. S-Bahn. S 9.
Alt-Stralau. Dort ich raus. Ich loslaufen. Und dann laufen ein biss-chen, rauf und runter laufen, bis unten. Genau. Alles richtig.
Bis dahin warten drauf, Haus. Arbeit Haus.
Auf Frau Riet warten, meine Arbeitsbetreuerin.
Und rauffahren.

Um sieben anfangen.
Frühstückspause halb zehn bis halb elf.
Zeit hab, Schrippen kaufen. Schrippen, Butter drauf und Eier, Wurst und Käse. Kaffee, zwei Tassen schwarz.

Alle Leute gehen Alt-Stralau.
Oben, ich arbeite oben. Oben, umziehen.
Wäsche. Leicht bügeln. Auch waschen.

Habe ich dreie Waschmaschinen.
Fertig – Aufhängen.
Wäscheleine. Ohne (Wäscheklammern). Ja, trocknen.

Morgen trocken und abhängen.
Und leicht wieder bügeln.
Sortieren. XLer und L und M.
Weiße T-Shirt und Hosen und Schürzen.
Dort Küchenfrauen, heute ich anziehen.
Weiße T-Shirt und Kochmütze. Und weiße Schürze. Turnschuhe.
Heute essen geben. Kantine, oben. Mittagspause. Halb eins bis dreizehn Uhr. Zu essen, Nudeln, alles da.

Theater. Hab ich hier (zeigt die Rückseite seines T-Shirts, RAMBA ZAMBA, Theater des Sonnenuhr e.V.).
Proben. Proben gut.
Bisschen Arbeit. Ich mach richtig Spass.
Martin und Michael. Auch bei Medea dabei.
Alles ich muss spielen. Habe ich einmal mit Medea, nächste Kkaffee Leben Tod, Macunaima, Woyczek (en), Weiber Revue und nächstes große Lieder (das neue Stück: Hekates Opern).

Kassel, nächste, dahin. Trier.
Hannover, auch schon. In Wien auch, Lissabon auch.
Lissabon fliegen.
Wien, Bahn. Hannover einmal Bus, ja genau.
Dr. Caligari. Ich Trompete. Stummfilm. Film alle sehen, Bilder sehen, uns auch wieder. Um zehne, abends.

Ich aufstehen, Kkaffee Leben und Tod spielen, dieses Wochenende.
Wochenende schlafen.